Grußwort des Generalsuperiors P. Heinz Kulücke SVD - 15. Januar 2017

Aus der Bergpredigt Mt 5,1-14

 

Als Jesus die vielen Menschen sah, stieg er auf einen Berg. Er setzte sich, und seine

Jünger traten zu ihm. Dann begann er zu reden und lehrte sie. Er sagte:

 

Selig, die arm sind vor Gott; denn ihnen gehört das Himmelreich.

Selig die Trauernden; denn sie werden getröstet werden.

Selig, die keine Gewalt anwenden; denn sie werden das Land erben.

Selig, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit; denn sie werden satt werden.

Selig die Barmherzigen; denn sie werden Erbarmen finden.

Selig, die ein reines Herz haben; denn sie werden Gott schauen.

Selig, die Frieden stiften; denn sie werden Söhne Gottes genannt werden.

Selig, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihnen gehört das Himmelreich.

Selig seid ihr, wenn ihr um meinetwillen beschimpft und verfolgt und auf alle mögliche Weise verleumdet werdet. Freut euch und jubelt: Euer Lohn im Himmel wird groß sein. Denn so wurden schon vor euch die Propheten verfolgt.

 

Ihr seid das Salz der Erde. Wenn das Salz seinen Geschmack verliert, womit kann man es wieder salzig machen? Es taugt zu nichts mehr; es wird weggeworfen und von den Leuten zertreten.

 

Ihr seid das Licht der Welt. Eine Stadt, die auf einem Berg liegt, kann nicht verborgen bleiben.

 

Liebe SVD-Partnerinnen und Partner, liebe Schwestern, liebe Mitbrüder, liebe Freunde der Gesellschaft des Göttlichen Wortes,

 

als Leiter der SVD hatte ich in den letzten Jahren das Privileg, viele Länder zu besuchen, in denen unsere Missionsgesellschaft arbeitet. Immer wieder neu wurde dabei deutlich, wie wichtig für die SVD die Zusammenarbeit mit kompetenten Laien und Assoziierten ist. In vielen Ländern führen heute Laien mit großem Enthusiasmus und vielerlei kreativen Initiativen jene Missionsarbeit weiter, die von den Mitbrüdern vor Ort nicht mehr geleistet werden kann, wie zum Beispiel in Pfarreien, Schulen und vielen Institutionen.

 

Die Zukunft der Gesellschaft und der Missionsarbeit wird zu einem großen Teil davon abhängen, ob es gelingt, gemeinsam mit den SVD-Partnerinnen und Partnern neue Wege zu finden, den Menschen die Liebe und Güte unseres Gottes näher zu bringen. Neue Initiativen können dabei von den Mitbrüdern kommen, aber ganz besonders auch von den Partnerinnen und Partnern der SVD, die durch die Anwendung ihrer vielfältigen Kompetenzen ihr Christsein ganz konkret im Alltag leben.

 

Dabei kann das für Laien und Assoziierte der Gesellschaft des Göttlichen Wortes sowie für die Mitbrüder ganz einfach heißen:

- biblische Geschichten im Alltag zu leben und umzusetzen

- nicht vorbei zu gehen, wenn Menschen oder die Natur leiden

- nicht noch selber Steine zu werfen, wenn Menschen einseitig beschuldigt werden

- die Bergpredigt als Programm das tägliche Leben bestimmen zu lassen

- die eigene Armut vor Gott zu erkennen

- Begrenzungen zu betrauern, aber sich nicht dadurch lähmen zu lassen

- keine Gewalt auszuüben

- den Hunger und Durst nach Gerechtigkeit nicht zu verlieren und kritische Fragen zu stellen, wenn die Leiter in Kirche und Staat ihre Aufgabe nicht erfüllen

- Barmherzigkeit im Großen und im Kleinen zu üben

- die Reinheit des Herzens einzuüben und immer wieder neu auf das eigene Gewissen zu hören, wenn die Institution zur Zwangsjacke geworden ist

- sich für den Frieden zu engagieren im eigenen Heim und in der Welt

- immer wieder gerechtere Wege zu suchen und dann mit all dem Genannten als Missionarinnen und Missionare, als Laien und Assoziierte dem Lebensbeispiel Jesu zu folgen.

 

Das kann auch heißen, um seinetwillen „beschimpft und verfolgt und auf alle mögliche Weise verleumdet zu werden“, denn wir sind als Christinnen und Christen Nachfolgerinnen und Nachfolger Jesu.

 

Für die Steyler Missionare ist der gemeinsame Weg mit all unseren Partnerinnen und Partnern der Weg in die Zukunft. Dabei wird es unterwegs immer wieder darauf ankommen, sich gemeinsam vom Geist Gottes führen zu lassen, sich gegenseitig zu animieren und auch herauszufordern. Es wird darauf ankommen, das Evangelium immer authentischer im konkreten Leben umzusetzen, besonders dann, wenn alte Wege sich als Sackgassen erwiesen haben und zur leblosen Routine geworden sind. Der Weg in die Zukunft kann nur ein gemeinsamer Weg sein. Den Mut, diesen Weg immer wieder neu zu gehen und Andere mit auf den Weg zu nehmen, das wünsche ich den SVD-Partnerinnen und Partnern am 15. Januar in Steyl und allen dort versammelten.

 

In herzlicher und dankbarer Verbundenheit,

Heinz Kulüke SVD

-Abschrift-

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